Spiritualität

…am kommenden 6. Fastensonntag ist Palmsonntag und gedenken wir des feierlichen Einzugs Jesu in Jerusalem. Es wird aber auch die Leidensgeschichte Jesu bis hin zur Kreuzigung erzählt. Ein Sonntag also, der gegensätzlicher nicht sein kann.
Als Kind habe ich mir das immer sehr plastisch und phantasievoll vorgestellt. Jesus, der ganz bescheiden auf einem Esel reitet wird ein wahrhaft königlicher Empfang bereitet, dass fand ich großartig. Ich spürte die Freude der Menschen, die ihn als ihren König begrüßten.

Umso größer war meine Wut und meine Hilflosigkeit im weiteren Verlauf der Geschichte. Jesus wird von den gleichen Menschen die vorher „Hosanna dem Sohn Davids“ gerufen haben ans Kreuz gewünscht. Eine Strafe, die an Brutalität kaum zu überbieten ist.


 

Freue dich, Stadt Jerusalem! Seid fröhlich zusammen mit ihr, alle, die ihr traurig wart. .... Jerusalem, du starke Stadt, dicht gebaut und fest gefügt! ...

Am 4. Fastensonntag, der nach dem ersten Wort seines Eröffnungsverses „Freu dich Jerusalem“  auch Laetare .  genannt wird, öffnet sich in den Lesungstexten und in der erwartungsvollen und freudigen Stimmung schon ein klein wenig die Tür zu Ostern. Die liturgische Farbe ist eigentlich rosa und soll die Aufhellung der in der Fastenzeit sonst üblichen violetten Farbe andeuten.

 „Bergfest“ – es ist bald geschafft- Licht am Ende des Tunnels

Wir wissen aber, dass wir  bis Ostern noch ein Stück Weg vor uns haben und müssen uns in der Mitte der Vorbereitungszeit fragen.
Wie ist es bis heute gegangen. Konnte ich mich stärker auf Gott einlassen. Konnte ich Jesus besser verstehen und nachfolgen. Wie konnte ich seiner Aufforderung zu Werken des Fastens, des Betens und der Gabe von Almosen nachkommen?
 
Zu oft scheitern wir an unserer Begrenztheit, Oberflächlichkeit und unserer Schwachheit. Wir sind in diesen Dingen aber nicht nur auf uns selber angewiesen sondern vor allem auf Gottes Erbarmen.

 

unterwegx-064Die Weihnachtszeit ist vorüber. Längst hat uns der Alltag wieder und wir denken vielleicht schon wieder an Projekte, Aktionen und Fahrten die wir im Frühjahr gemeinsam unternehmen können.  Kalendermäßig bewegen wir uns ja schon deutlich auf die Faschingszeit zu, die sicher viele von Euch,  zumindest in der Wölflingsstufe, nutzen um mit den Kindern hoffentlich ausgelassen und fröhlich zu feiern.

Wenn dann am Aschermittwoch „alles vorbei“ ist können wir uns, wie ich finde, auf das schönste Fest im Jahr, auf Ostern freuen. Die Zeit bis dahin wird als Fasten- oder Bußzeit bezeichnet. Das sind Begriffe mit denen vielen von uns heute nichts mehr anfangen können, die in uns vielleicht sogar auch negative Gedanken freisetzen. Verzichten?, Büßen? – für was? Bekehren – zu wem, zu was? 

Vielleicht versuchen wir es mit einer neuen Begrifflichkeit und nutzen diese Zeit als Zeit der Orientierung und Standortbestimmung. Wir müssen immer wieder mal den Kompass neu ausrichten und eine Kurskorrektur vornehmen. Es gilt sich aus den Bequemlichkeiten des Alltags zu lösen, seinen Standort zu überdenken. Denn letztlich geht es ja jedem um ein erfülltes und gelingendes Leben und das kann nicht bedeuten immer nur in den Tag hinein zu leben. Bei diesen Überlegungen kommt man dann irgendwann eigentlich nicht an der Frage vorbei welche Rolle Gott in meinem Leben spielt und wie es gelingen kann, aus dem Nachdenken ins Handeln zu kommen?

1. Ein erster Schritt ist also die Standortbestimmung: Wo stehe ich? Was ist mir wichtig- unverzichtbar? Wo sind meine Stärken und Schwächen? Wo brauche ich Umkehr und Neubeginn? Nur wenn ich meinen Standort kenne, kann eine Kurskorrektur erfolgen.

2. Der zweite Schritt richtet den Blick auf das Ziel: Wohin soll mein Weg, mein Lebensweg führen? Was sind meine Hoffnungen, Wünsche Sehnsüchte? Was trägt mich, nicht nur für den Augenblick, sondern auch auf Dauer? Was gibt mir Kraft in Krisenzeiten? Hier kann uns das Evangelium helfen. Es ist die Landkarte, die uns neue Wege aufzeigen kann. Jesus Christus selber kann uns Kompass sein. Also, mein Ziel klar vor Augen haben und wenn´s schwierig wird ruhig Hilfe und Rat annehmen.

3. Der dritte Schritt ist der schwerste: Schließlich geht es darum sich in Bewegung zu setzen. Altvertrautes zu verlassen, sich auf Neues einzulassen und in kleinen aber konsequenten Schritten auf das neue Ziel hinzugehen. Wir alle wissen, wie schwierig das sein kann. Aber Gemeinschaft hilft. Sich gegenseitig Mut machen. Gemeinsam Lieder singen und Geschichten erzählen. Also, runter vom Sofa, und mit Gottvertrauen rein ins Leben.

In der vor uns liegenden Zeit sind wir eingeladen einen neuen Weg zu beschreiten. Wenn wir diesen neuen Weg bedenken, werden wir – zumindest ist dies mein Wunsch für Euch und für mich – immer mehr feststellen, dass Gott mit uns auf diesem Weg geht.

Ich wünsche Euch eine gesegnete Zeit der Orientierung
Euer
Thomas Kleibrink
Diakon, Kurat der Pfadfindersiedlung Marcel-Callo

Jesus Christus,
ich möchte aufbrechen – aber wohin?
ich will das Abenteuer wagen – aber mit wem?
ich will das Leben lieben – aber wie?
ich will glücklich sein…
Du hast gesagt:
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“
Sei es auch für mich,
sei für mich Karte und Kompass,
gib mir Orientierung und das rechte Ziel,
lass mich den Weg durchs Leben finden,
mit dir und mit guten Freunden.
Segne mich und alle, die mir lieb sind

Guido Hügen OSB

 

Der spirituelle Bereich auf dpsg-hamburg.de wird in nächster Zeit noch ausgebaut. Wir möchten euch hier Gelegenheit bieten über den Glauben zu sprechen und eigene Texte und Gebete zur Verfügung zu stellen bzw die von anderen ansehen und laden zu können. Für Ideen und Anregungen sind wir jederzeit offen.

…ungemütlich zieht die Kälte den Rücken hinauf.
Ich sitze am Lagerfeuer und blicke in das erlöschende Feuer.
Glutreste leuchten dunkelrot und auf verkohlten Holzresten bildet sich ein weißer Flaum.
Der kalte Wind bläst mir die Asche ins Gesicht.
Gerade noch die Wärme und Lebendigkeit des Feuers,
jetzt die Kälte und Vergänglichkeit – hautnah.