Liebe Pfadfinderinnen und Pfadfinder,
Die Monate Juli und August bedeuten für die meisten von uns Ferienzeit.

 

Zeit zum Ausruhen oder zum fremde Länder kennenlernen. Zeit zum Besuch manch interessanter Orte. Sei es mit der Gruppe, den Eltern, Freunden oder allein.
Manchmal zum Leidwesen meiner Reisebegleiter lasse ich es mir z.B. nicht nehmen, am Urlaubsort die eine oder andere Kirche zu besichtigen. Sicher interessiere ich mich dabei auch für die architektonische oder künstlerische Gestaltung des Kirchenraumes. 
Der eigentliche Grund für den Besuch ist aber wohl eher das Gefühl an einen Ort zu sein der mir vertraut ist, auch wenn ich weit weg von zu Hause bin.
Wichtig ist mir dann, ob nun gotische Kathedrale, barocker Prunkbau oder romanische Dorfkirche, dass die zentralen Zeichen unseres Glaubens in dieser Kirche wiederzufinden sind.

Der Taufstein, Ort des Beginns auf dem Weg mit Gott. Der Ambo an dem sein Wort  an uns ergeht. Das Kreuz, Siegeszeichen über den Tod. Schließlich der Altar, Zentrum unseres Glaubens, um den sich die Gemeinde  versammelt und sich daran erinnert, dass Gott sich uns selbst schenkt.
Diese Zeichen und Orte also sind mir die Wichtigsten, alle anderen, sicherlich auch liturgisch bedeutungsvollen  Dinge und Orte, treten hinter ihnen zurück. Und da finde ich, muss die Gewichtung stimmen. Wenn ein auch noch so ein kunstvolles Detail von diesen eigentlichen Zeichen  ablenkt oder es sie sogar überdeckt, dann wird Kirche zum Museum, zur kulturhistorischen Ausstellung. Kirche und Kirchenraum mit all seiner Symbolik ist aber eben mehr, ist ja auch immer theologische Aussage, will etwas vermitteln. Vielleicht kennt jemand von Euch das Buch „von heiligen Zeichen“ von Romano Guardini. In wunderbarer Sprache beschreibt und erklärt er u.a. darin die Symbolik des Kirchenraums.(Gerne leihe ich Ihnen dieses Buch aus, ruft mich an oder mailt mir)
Im Zweifelsfall spricht mich persönlich eine streng in geistlichen Bezügen durchgeformte romanische oder moderne Kirche eher an , als z.B. ein barocker, verschnörkelter Prachtbau. Vielleicht weil die schlichte Kirche eben doch eher beim Wesentlichem  bleibt. Natürlich ist das auch immer ein bisschen Geschmackssache.
Unabhängig vom Baustil; wenn ich die wesentlichen Dinge in einer Kirche auf meinem Reiseweg wiederfinde, dann stellt sich ein Gefühl der Geborgenheit ein. Ein gutes Gefühl wenn man unterwegs ist.

Vielleicht bezieht Ihr den Besuch der Kirche an Eurem  Ferienort in Euren Reiseplan mit ein und  besucht dabei auch bewusst nicht nur die kunsthistorisch interessante und im Reiseführer als touristisches „Muss“ beschriebene Kathedrale, sondern auch die scheinbar unscheinbare Dorfkirche. Und vielleicht „prüft“  Ihr auch einmal, wenn Ihr wieder zu Hause seid, inwieweit unsere Kirchen vor Ort den  Anspruch das eigentlich Wesentliche zu vermitteln, erfüllen.
Ich wünsche Euch dabei viele Entdeckungen und wo auch immer Ihr unterwegs seid sollten, das durch heilige Zeichen in unseren Kirchen vermittelte Gefühl:
„Hier fühl´ ich mich geborgen, weil Gott ganz nah ist“

Gut Pfad und Gottes Segen für Eure Reisewege
Euer Thomas Kleibrink
Diakon und Kurat der Siedlung Marcel Callo Wedel / Uetersen

pdf Gebet: In einer Kirche (4.98 kB)